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Geschichte des Ikebana |
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Die Wurzeln des Ikebana gehen auf das buddhistische Blumenopfer zurück.
607 n Chr. studierte Ono no Imoko als Kulturgesandter des japanischen
Kronprinzen Garten- und Tempelgestaltung in China und führt das
Blumenopfer auch in Japan ein. Meist wurde Lotus als Symbol der Reinheit
in hohen Vasen oder Opferkörben (Kero) angeordnet.
Ab dem 12. Jahrhundert löste sich Ikebana aus dem religiösen Kontext und wurde auch in Palästen aufgestellt. Zusammen mit einem Kerzenleuchter und einem Räuchergefäß mit Weihrauchdose bildete das Blumenarrangement die "Drei Dinge auf dem Tischchen" (Mitsugusoku), eine in der Heian-Zeit beliebte Raumdekoration. Im 15. und 16. Jahrhundert entstand das Rikka oder Tatehana. Es wurde von
Priestern, Adeligen und Samurai nach strengen Regeln arrangiert und
stellte ein Symbol des Kosmos dar. Die Lehre wurde zu Beginn nur mündlich von Meister zu Schüler weitergegeben, später überlieferte man die Werke bedeutender Meister in Form von Zeichnungen. Im 17. Jahrhundert entwickelten sich unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus und der Teezeremonie Shoka und Nageire als schlichtere Formen. Die natürliche Schönheit der Pflanzen mit leichter Hand darzustellen war das Ziel dieser Formen. Klassisches Shoka wird auch heute noch nach Regeln arrangiert, die seit Jahrhunderten tradiert wurden. Daneben entwickelten sich auch Freie Formen wie z.B. Nageire (Arrangement in Vasen), Chabana (Arrangement für die Teezeremonie) und das Bunjinbana (nach Vorlagen aus der klassischen chinesischen Literatur). War Ikebana zu Beginn eine ausschließlich von Männern praktizierte Kunst, so gehört die Ikebana-Unterricht seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auch zur Ausbildung der höheren Töchter. Ende des 19. Jahrhundert entwickelt Unshin Ohara aus dem Sunanomono-Rikka das Moribana und gründet die Ohara-Schule. Der kulturelle Austausch nach der Öffnung Japans ermöglichte in unserem Jahrhundert die weltweite Verbreitung von Ikebana. Andererseits wurde auch die Blumenkunst vom Westen beeinflusst. Schnittblumen, die nicht in Japan heimisch sind, erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die neueren Formen, Moribana (Schalenarrangement) und Nageire (Vasenarrangement), sind bunter und üppiger als die klassischen Formen. Sie lassen der Kreativität des Gestalters viel Spielraum und fügen sich harmonisch in moderne Wohnräume ein. Diese Veränderung des Ikebana reflektiert wie auch andere Kunstformen die Veränderungen in der Denkungsweise und im Lebensstil unserer Zeit. In den heutigen Freien Formen, die vor allem in der Sogetsu-Schule gepflegt werden, steht der künstlerischen Ausdruck im Vordergrund. Die Pflanzen werden dabei als Material betrachtet, das um seiner Farbe, Textur und Struktur willen zusammen mit nonfloralen Werkstoffen wie Kunststoff, Metall oder Glas zu einer Skulptur verarbeitet wird. Ikebana wird in Japan in über 1500 verschiedenen Schulen gelehrt und
von Millionen Menschen regelmäßig praktiziert. Das
„Erfolgsgeheimnis” aller Schulen ist wohl die Freude am kreativen
Gestalten, an Natur und Harmonie, die auf diesem Zen-Weg erfahrbar wird. |
Stand: 20.08.08