Friendship through Flowers

Ikebana International Vienna | Austria

IKEBANA INTERNATIONAL

Ikebana International is a worldwide organization founded in Tokyo in 1956 and has today over 6.235 members in 143 chapters in 50 countries all over the world. The aim of Ikebana International is to promote cultural dialogue between Japan and other countries.
The administration of Ikebana International is in the hands of dedicated volunteers and Ikebana Schools, whose diversity is linked to the common root of inspiration, style, philosophy and history of floral art.

Regional conferences are held all over the world. The members can attend these as well as the World Congress, which takes place every five years in Japan.
Membership is open to anyone interested in the art of flower arranging, regardless of one´s prior knowledge. A regular magazine informs members about new trends and activities of Ikebana International and connects the members of this global organization under the motto: „Friendship through Flowers”

Ikebana International Vienna News

We look forward to special exhibitions in spring 2020. These are organized together with Dr. Noriko Brandl from the Austrian-Japanese Society and the World Museum Vienna Friends!

IKEBANA-Künstlerinnen begeisterten in Wien

Ikebana International Vienna lädt international bekannte Meisterinnen zu großartigen Events ein. 2019 anlässlich 150 Jahre diplomatische Beziehungen Japan-Österreich begeisterte Eikou Sumura hunderte Besucher im Weltmuseum Wien. Mit Atsuko Bersma und Corrie van den Meer-Fischer sind zahlreiche Workshops in bleibender Erinnerung.

Atsuko BERSMA
was born in Yokohama and started taking ikebana lessons at the age of 11. Since 1970, she has combined her studies with teaching Sogetsu ikebana in various places she has lived around the world. She received the prestigious Sogetsu Overseas Award. 2019 she was awarded The Order of the Rising Sun,Gold and Silver Rays for her contribution to spreading out Japanese Culture.

Eikou SUMURA
Sogetsu Master-Instructor Sumura Eikou is a unique ikebana artist, renown for her use of a diverse range of natural materials beyond the usual fresh flowers and plants. She has made it her lifework to introduce people around the globe to the Japanese art of ikebana, and has made extensive trips to countries all over the world on behalf of the Ministry of Foreign Affairs of Japan to countries the world over.

Corrie van der MEER-FISCHER
was born in Switzerland and lives in the Netherlands. She is Appointed-Master of Ichiyo, President of the „Dutch Ikebana Association“, „I.I. Chapter 215“ and „Ichiyo Chapter the Netherlands“. 2016 she recieved The Order of the Rising Sun,Gold and Silver Rays in recognation of her significant contribution to introducing Japanese culture and promoting understanding of Japan in the Netherlands through Ikebana.

TRADITION UND KREATIVITÄT IN DER BLUMENKUNST

Ikebana ist die klassische japanische Kunst des Blumenarrangierens, deren Ziel es ist, Blumen, Zweige und Blätter zur Geltung zu bringen und dabei selbst zu geistiger Konzentration, Ruhe und Harmonie zu finden. Aus den Pflanzen entstehen vergängliche Skulpturen, die die Stimmung einer Jahreszeit, den Charakter einer Landschaft oder aber die Gefühle des Gestalters anklingen lassen. Es geht dabei nicht um eine möglichst große Fülle von Pflanzen, sondern um die Schönheit jedes einzelnen Elementes. In dieser Konzentration auf das Wenige, Wesentliche, auf das Hier und Jetzt liegt der geistig-meditative Aspekt der Blumenkunst.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich in Japan verschiedene Ikebana-Schulen. Die traditionsreichste ist die auf das 8. Jahrhundert zurückreichende Ikenobo-Schule, in der auch heute noch streng geregelte klassische Formen wie z.B. Rikka und Shoka neben modernen, freien Formen gepflegt werden. In der 1927 gegründeten Sogetsu-Schule steht der freie künstlerische Ausdruck im Vordergrund. Die Arrangements vermitteln wie andere Formen moderner bildender Kunst Gedanken und Gefühle des Gestalters. Ikebana lässt uns die Schönheit der Natur intensiver wahrnehmen und vermittelt uns inmitten unserer technisierten Welt Momente tiefer Naturerfahrung und Harmonie.

The 3 pillars of activity of Ikebana International Vienna

Promotion of the art

Ikebana International Vienna cultivates the Japanese art of flower-arrangement in course of monthly meetings. Since its foundation a remarkable archive has been established consisting of a library, collections of photographs, journals, Ikebana International magazines, lists of annual events in Austria etc.

Events

Ikebana International Vienna is considered to be a platform for the presentation of the art of ikebana. Therefore, events are organized regularily – in most cases in cooperation with known Ikebana-masters at overwhelming locations. International exchange of experience and national events are essential constituents of this organization.

Seminars

With pleasure Ikebana International Vienna wants to disseminate the original Japanese art of flower-arrangement in Austria. Thus, we promote Ikebana-seminars and workshops to people who take an interest in it, and further Ikebana demonstrations for a large audience. We are pursuing the idea of passing on knowledge and practice to the next generation.

GESCHICHTE DES IKEBANA

Die Wurzeln des Ikebana gehen auf die formelle Gabe schöner Blumen zur Würdigung Buddhas in den Tempeln zurück. Ab dem 12. Jahrhundert wurden von Kaiser und Hofadel Blumen in Vasen “gesteckt” (sa-su) und am Hof Blumenwettbewerbe veranstaltet. Zusammen mit einem Kerzenleuchter und einem Räuchergefäß mit Weihrauchdose bildete das Blumenarrangement die “Drei heilige Dinge” (Mitsugusoku), eine Raumdekoration im Empfangsraum.

Im 14. Jh. entstand das Tatehana für offizielle Anlässe, die Blumen werden “aufrecht gestellt”. Daraus wurde im 16. Jh. das prächtigere Rikka weiterentwickelt. Es wurde von Mönchen, Adeligen und Samurai nach strengen Regeln arrangiert und stellte ein Symbol des Kosmos dar.
Die Ikenobo-Schule wurde 1479 vom Shogun zur Leitung des japanischen Blumenweges ernannt und ist somit die älteste Ikebana-Schule.
Die Lehre wurde zu Beginn nur mündlich von Meister zu Schüler weitergegeben, später überlieferte man die Werke bedeutender Meister in Form von Zeichnungen.
Ab der Kamakura-Zeit wurde der Kriegeradel zum Träger der Kultur. In der Muromachi-Zeit entwickelten sich unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus und der Teezeremonie das Nageire als bewusst regelfreie Form mit Abkehr von kostbaren Vasen und elitärer Absicht. Die architektonische Voraussetzung für die Entfaltung der Formen der Blumensteckkunst war die Schmuck- bzw. Bildnische “tokonoma”in den Residenzen.

Ab dem 20. Jh. löste sich Ikebana aus der räumlichen Gegebenheit des traditionellen japanischen Wohnraums.

Ende des 19. Jh. entwickelt Unshin Ohara aus dem Sunanomono-Rikka das Moribana und gründet die Ohara-Schule. Der kulturelle Austausch nach der Öffnung Japans ermöglichte in unserem Jahrhundert die weltweite Verbreitung von Ikebana. Andererseits wurde auch die Blumenkunst vom Westen beeinflusst. Schnittblumen, die nicht in Japan heimisch sind, erfreuen sich steigender Beliebtheit. Die neueren Formen, Moribana (Schalen-Arrangement) und Nageire (Vasen-Arrangement), sind bunter und üppiger als die klassischen Formen. Sie lassen der Kreativität des Gestalters viel Spielraum und fügen sich harmonisch in moderne Wohnräume ein.

Diese Veränderung des Ikebana reflektiert wie auch andere Kunstformen die Veränderungen in der Denkweise und im Lebensstil unserer Zeit.In den heutigen Freien Formen, die vor allem in der Sogetsu-Schule gepflegt  werden, steht der künstlerischen Ausdruck im Vordergrund. Die Pflanzen werden dabei als Material betrachtet, das um seiner Farbe, Textur und Struktur willen zusammen mit nonfloralen Werkstoffen wie Kunststoff, Metall oder Glas zu einer Skulptur verarbeitet wird. Ikebana wird in Japan in über 1500 verschiedenen Schulen gelehrt und von Millionen Menschen regelmäßig praktiziert. Das „Erfolgsgeheimnis” aller Schulen ist wohl die Freude am kreativen Gestalten, an Natur und Harmonie, die auf diesem Zen-Weg erfahrbar wird.

Der allumfassende Kosmos der rikka, Andrea Scheberl

Andrea Scheberl, Rikka-Stil der Ikenobo-Schule, MQ Wien 2019
“Der allumfassende Kosmos des Rikka mit Bergen, Flüssen und Tälern kann auch als Körper des Buddha (in der Mitte) interpretiert werden.”

Itsuko Nakayama, Ichiyo-Schule, Weltmuseum Wien 2009
Itsuko Nakayama, 2009 Präsidentin von Ikebana International HQ, war Teilnehmerin an der Ausstellung in Wien.

Die vier Schulen von IKEBANA International

Ichiyo

一葉式いけ花

Die Ichiyo School of Ikebana wurde 1937 durch das Geschwisterpaar Ichiyo und Meikof/Meiko Kasuya gegründet. Nach Akihiro Kasuya (von 1983 bis 2019) wird die Schule von seinem Sohn Naohiro geleitet. Die Schule hatte neue Wege im Ikebana-Unterricht beschritten. Dazu gehören systematisch aufgebaute Textbücher und Dias, sowie ein leicht verständlicher Aufbau von Linie, Form, Farbe und Leere – alles in der Balance der Asymmetrie.

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Ikenobo

池坊

Die Wurzeln des Ikebana liegen in den buddhistischen Blumenopfern. Diese Tradition gelangte im 7. Jh. von China nach Japan. Mitte des 15. Jahrhunderts wird die Ikenobo-Schule erstmals urkundlich erwähnt und man verlieh ihr den kaiserlichen Titel ‘Stammhaus der Blumenlehre’. Mit Hauptsitz in Kyoto ist sie nicht nur die älteste, sondern auch größte Ikebana-Schule Japans.

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Misho-ryu

未生流

Mishosai Ippo, der Gründer der Misho–Schule in Osaka, lebte von 1761 bis 1824. Als Schwerpunkt der Ausdrucksformen gilt der von ihm erfundene, klassische Kakubana – Stil (Seika). Das Arrangement ist einem Kreis eingeschrieben und die Verbindung der vier äusseren Berührungspunkte des Arrangements ergeben ein Quadrat, das im Inneren die Erde darstellt und mit den vier Winkeln die Jahrszeiten und Himmelsrichtungen andeutet.

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Sogetsu

草月流

Wenn man heute von modernem Ikebana spricht, meint man damit in erster Linie die Form des Ikebana, die von der Sogetsu-Schule in Tokio unterrichtet und durch sie weltweit bekannt wurde. Die Sogetsu-Schule wurde von Sofu Teshigahara im Jahre 1927 in Tokio gegründet. Er erhielt schon in frühester Kindheit von seinem Vater, der selbst Ikebana-Lehrer war, Unterricht in der Kunst des Blumenarrangierens.

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